Von der Gründung 1922 bis zum Verbot der Partei 1933: Die Eichenauer Zeit der Weimarer Republik

Für das Verständnis der Anfänge von Parteipolitik in Eichenau ist ein Blick auf die Entstehungsgeschichte unseres Ortes unerläßlich . Die Geschichte von Eichenau ist sehr viel kürzer als die der umliegenden Bauerndörfer.

Orte wie Alling, Gilching, Emmering, Olching, Puchheim oder Germering sind wie die meisten typischen bäuerlichen Dörfer Altbayerns mit behäbigen Bauernhöfen um die Kirche mit Zwiebelturm meist schon seit mehr als tausend Jahren urkundlich nachweisbar, ihr wirkliches Alter reicht noch weiter zurück.

Die Geschichte der meisten dieser Dörfer verlief bis in unsere Tage undramatisch.

In den wirtschaftlich dynamischen Jahrzehnten vor und nach der Jahrhundertwende siedelten sich vielerorts um den ländlichen Ortskern herum Industrie und Gewerbe an, wobei Standorte wie Olching, Pasing, Maisach oder Bruck mit Wasserkraft und Bahnanschluß bevorzugt wurden. Demgemäß erweiterte sich die bäuerliche „Ur“einwohnerschaft um Arbeiter mit ihren Familien.

In großstadtnahen oder besonders idyllischen Lagen - man denke an das Würm- und Isartal! - siedelten sich in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts großstadtmüde wohlhabende Bürger an .

Erst in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts erhielten die Orte im gesamten Einzugsbereich der 1972 eingeführten S-Bahn durch den vielhundertfachen Bau von Einfamilien- und Reihenhäusern einen neuen Charakter als Wohnvororte der Großstadt München.

Ein wohlhabender Wohnvorort der Großstadt mit ein wenig Gewerbe und Kultur, das ist heute auch Eichenau ,obwohl seine Geschichte (wie auch die von Gröbenzell und von Puchheim Bahnhof) andere Wurzeln hat.