Die Zeit der Weimarer Republik: Bayern ist fortan ein Freistaat

„Bayern ist fortan ein Freistaat“

Bevor in dem Allinger Ortsteil Eichenau die Geschichte organisierter Parteipolitik begann, sollten erst noch welthistorische Ereignisse den Gang der Geschichte Bayerns und des Reiches in neuen Bahnen lenken.

Im November 1918 kündigte eine des Krieges restlos überdrüssige Bevölkerung der Monarchie und der militärischen Führung den Gehorsam auf.

München war die erste der Residenzstädte der Deutschen Kaiserreiches, in der die Monarchie stürzte. Die Friedensdemonstration, die sich am 7. November 1918 von der Theresienwiese in die Münchner Innenstadt bewegte, begegnete keinem Widerstand; mit fast unwirklicher Leichtigkeit stürzte sie die Dynastie der Wittelsbacher nach einer Herrschaftszeit von nicht weniger als 738 Jahren.

Am nächsten Tag erschienen die Zeitungen unter der lakonischen Schlagzeile #„Bayern ist fortan ein Freistaat“.#

Die heutige Mehrheitspartei wollte 1993 den fünfundsiebzigsten Jahrestag des Freistaates Bayern nicht würdigen (und läßt die jüngere Geschichte des Landes überhaupt gerne in einem breiten Nebelfeld zwischen Ludwigs Neuschwanstein und Franz Josefs Staatskanzlei), weil es aus engstirnig CSU parteilicher Sicht nun einmal die anderen, „die Falschen“ waren, die Bayern zur Republik machten : Treibende Kraft waren 1918 die Sozialdemokraten, genauer gesagt, der in seiner Antikriegspolitik und in seiner sozialistischen Zielsetzung radikalere „Unabhängige“ Flügel der damals gespaltenen Sozialdemokratie, der in Bayern von Kurt Eisner geführt wurde .